Archiv der Kategorie: Umzug

Auf nach Grimma

Angepasst an den Berliner Schlendrian  hatten wir es in Borsdorf nicht eilig uns anzumelden. Wir wurden eines Besseren belehrt:  Das Rathaus hat genügend Mitarbeiter,  also herrscht hier Ordnung und Zuzügler haben sich sich umgehend anzumelden. Dahingehend belehrt war die Sache in 20 Minuten erledigt, in Berlin hätte dies mindestens 3 Stunden gedauert. Kommunikativ wie die Sachsen nun mal sind, wurde nach vorhandenen Autos gefragt und wir wurden informiert, dass die Ummeldung  für den Kreis Leipzig-Land in Grimma erfolgt. Wir könnten aber die Berliner Kennzeichen behalten, dies sei seit 2016 möglich. Ein paar Tage später fuhren wir also nach Grimma, nicht die A14,  sondern über Dörfer und kleine Städte, deren Namen meist mit „a“ oder „hain“ enden. Erfreulich ist, dass es auch Fahrradwege gibt.

Grimma wurde vom Hochwasser 2002 und 2013 schwer getroffen und wurde zweimal wieder aufgebaut. Obwohl die Mulde die Altstadt jederzeit wieder überfluten kann, ist die versprochene Schutzmauer immer noch nicht fertiggestellt. Grimma besitzt eine wunderbar restaurierte  Altstadt, aber viele Geschäfte suchen neue Mieter. Die Altstadt ist unsicher und in der Folge haben 11 % der Bewohner dieses Gebiet verlassen.

Wenige Kilometer außerhalb von Grimma befindet sich das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Nimbschen (1291 – 1542). Obwohl nur noch Ruinen vorhanden sind, erfährt man durch Schautafeln viel über die Lebensverhältnisse der von ihren Familien entsorgten Frauen, besonders über Katharina von Bora. Uli Kulke dazu in der „Welt“:  Wie eine getürmte Nonne Martin Luther erzog.

 

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3 Wochen im neuen Haus

Das Klavier steht falsch, die Glasvitrine ebenfalls, vom zentnerschweren Schreibtisch gar nicht zu reden. Kein Problem, wenn nur die Fliesen die Korrektur aushalten. Einige alte Möbel haben durch den Umzug gelitten: Die Türen schließen nicht mehr und müssen vom Möbeltischler gerichtet werden. Die Laufwege im Haus sind nicht mehr fremd und die neue Ordnung der Alltagsgegenstände überlagert allmählich die Erinnerung an ihren früheren Platz. Fehlende oder falsch positionierte Lichtschalter und Steckdosen werden bemerkt. Einige kleine Gegenstände bleiben verschwunden und wir sind gespannt, wann Sie wieder auftauchen.

Das defekte Toilettenbecken ist mittlerweile von Villeroy & Boch gewechselt worden. Die Dienste der Telekom funktionieren und das Internet ist trotz DSL16 akzeptabel, so dass sogar Konzerte der Berliner Philharmoniker  (Digital Concert Hall) gesehen werden können. Die vielen Fenster des Hauses werden jetzt durch Gardinen bewacht. Das Anbringen der Gardinenstangen war eine zeitraubende Arbeit, weil immer die Gefahr besteht, Stromleitungen beim Bohren zu verletzen.

Das etwas gewagte Unterfangen, die Kommunikation im Haus vollständig digital durchzuführen, hat mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Die in den Wohnräumen installierten 11 Datensteckdosen erlauben es wahlweise Digital-TV und/oder Internet und Telefon zu benutzen. Allein für den Anschluss der Kabel (8 Adern) aus den einzelnen Räumen an das Patch Panel im HAR habe ich einen Tag benötigt. Durch das von Kathrein verwendete HDMI-CEC Protokoll kann mit dem Ein/Ausschalten des TV-Receivers gleichzeitig das TV-Gerät geschaltet werden. Da die FritzBox ein starkes WLAN-Signal liefert, ist Fernsehen auf Tablets oder PCs möglich.

An zwei Fenstern (Nordseite- OG ) hängen Wassertropfen im Scheibenzwischenraum. Einschlägige Foren erklären dies durch eine Undichtigkeit im Produktionsprozess  bzw. durch eine spätere Beschädigung des Fenster.  Der Bauleiter ist eher gelassen: Aufgrund der hohen Baufeuchte im Haus und des daraus entstandenen sehr hohen Wasserdampfdruckes, kann es passieren, dass Wasser in die Scheibe eindringt. Da wir auf die Scheiben 5 Jahre Gewährleistung haben, sollen wir die Sache beobachten und uns ggf. noch einmal melden.
Nachtrag vom 03.05.16:  Der Bauleiter hat Recht behalten, die Wassertropfen sind verschwunden.

Leider haben wir Probleme mit den Fallrohren. Vorne wurde der Dichtungsring nicht montiert. Die Folge: Das Rohr hat keinen Halt und fällt nach unten. Hinten am Haus  ist das Rohr derartig korrodiert, dass Teile davon ausgewechselt werden müssen. Beide Fallrohre sind keine „Zierde des Hauses“ und machen – wohlwollend beschrieben – einen etwas minderwertigen Eindruck. Des weiteren sind die Befestigungen der Fallrohre nicht mit Silikon abgedichtet worden, so dass Feuchtigkeit in die Dämmung eindringen kann:
Unser Bauleiter hat am Mo 14.03.2016 innerhalb von 10 Minuten reagiert und mitgeteilt, dass sich der Dachdecker „kümmern“ werde. Bis zum 29.03.2016 hat sich Dachdecker Stephan Weidt aus Zwickau nicht „gekümmert“.

Gestern (18.03.2016) habe ich endlich für bessere Luft in der Küche gesorgt. Der AEROBOY ist ein schönes Gerät. Er gewinnt jeden Blowertest, denn im Ruhezustand verschließt er automatisch das Abluftloch in der Hauswand. Zusätzlich kann er programmiert werden.  Damit sein geheimes Wirken nicht übersehen wird, bestrahlt eine LED die Küchendecke mit grünem Blinken. Die Bauherrin ist eine Freundin von Gardinen und Vorhängen. Also hat das Office jetzt schöne Vorhänge. Als ich dann noch einen Gummibaum bekam, war mein Glück vollkommen.

Angekommen und Abschied vom Winter

Am 17. Februar begann der Umzug von „Berlin nach Borsdorf“. Die Spedition Hertling erschien mit Zugmaschine und Anhänger, denn 90 m³ waren zu transportieren. Da unsere Einfahrt breit genug ist, konnte  der LKW bis vor die Haustür fahren. Alle größeren Möbelstücke wurden von Hertling demontiert und später wieder zusammengebaut. Um 16 Uhr waren 60 große Umzugskartons und 20 Bücherkartons eingeladen.
Am nächsten Morgen (18. Februar) erfolgte ab 6 Uhr die Fahrt nach Borsdorf. Am Vortag hatte das Betonwerk Plötner eine große Stahlbetongarage an das Haus gestellt. Etwa die Hälfte der Kartons wurde erstmal in dieser Garage geparkt, so dass die Angelegenheit für uns und die 5 Mitarbeiter von Hertling relativ stressfrei verlief. Nichts wurde beschädigt und die Hertling-Mitarbeiter waren umgänglich. Diese Spedition kann man empfehlen.

Nichts zu empfehlen ist die Telekom. Vor 8 Monaten wurde der Telefonanschluss beim Ex-Monopolisten beantragt und wir haben immer noch kein Telefon. Der Hausanschluss ist seit 6 Wochen gelegt, aber erst  am 25. Februar will die Telekom-Technik Hannover den Anschluss ausmessen. Die Zeitverzögerung ist lt. Telekom dadurch begründet, dass der verkaufte Hybrid-Anschluss nicht realisiert werden kann. In unserer Gegend ist die Telekom LTE Kapazität vermutlich ausgeschöpft, so dass die versprochenen 50 Mbit/s download nicht geliefert werden können. Also ist dieser Beitrag mit einem UMTS-Stick von klarmobil.de entstanden.

Am 29. Februar wurde uns von der Telekom Hannover mitgeteilt, dass wir in 7 Tagen DSL16 bekommen könnten, wenn wir auf LTE verzichten. Nur zu, man wird genügsam.  Ein Konzern,  der  2015 mehr als  3 Milliarden Euro Gewinn erzielt hat und angeblich das beste Netz hat, schickt uns zurück in die DSL-Steinzeit, und das am Rand einer Großstadt mit mehr als 500.000 Einwohnern. Aber, seit 4 Tagen  funktioniert  das Telefon.

Kater „Emmi“, der bereits mehrfach auf der Baustelle aufgetaucht ist, hat beschlossen uns endgültig lieb zu haben, besonders seit eine junge Zweit-Katze (Sissi) sich bei der Herrschaft eingeschleimt hat und den armen „Emmi“ regelmäßig verprügelt. Fast jeden Morgen erscheint er zum 2. Frühstück, um dann den Mittagsschlaf zu Füßen der Bauherrin auf den warmen Fliesen oder in meinem Sessel zu verbringen.

Am 18. Februar fanden wir eine Pfütze im OG-Bad. Das Toiletten-becken ist gesprungen und verliert bei Benutzung Wasser. Der Hersteller Villeroy & Boch ist in der Gewährleistung, rührt sich aber nicht.

Ärger mit Sixt-Autovermietung

Wie bereits berichtet haben wir für Fahrten  zwischen Berlin und Borsdorf zweimal ein Fahrzeug bei Sixt gemietet. Jetzt verlangt Sixt von uns ca € 500 für einen Reifenschaden, den wir nicht verursacht haben. Wir haben bei Sixt protestiert und warten  gegenwärtig auf eine Antwort.
Der Protest hat nichts genutzt. Sixt kommuniziert nur mit Textbausteinen, die auf konkrete Fehler in der Schadenersatz-forderung überhaupt nicht eingehen.

Das Fahrzeug wurde am 12.01.16 um 7 Uhr bei Dunkelheit und Schneeregen für 2 Tage angemietet. Da die rechte Fahrzeugseite direkt neben einem vereisten Entwässerungsgraben stand und minimal von der Straßenbeleuchtung erhellt wurde, war es unmöglich den 4 cm langen Schnitt am Reifen zu sehen, zumal eine Betrachtung des Fahrzeugs wegen des Grabens nur aus 3 m Entfernung möglich war. Wir stellten den Schaden erst nach der Beladung des Fahrzeuges auf unserem Grundstück in der Feuersteiner Str. fest. Das Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt 6 KM gefahren. Wir meldeten den Schaden bei Sixt und ein Mitarbeiter von Sixt wechselte den Reifen mit meiner Hilfe innerhalb einer Stunde auf unserem Grundstück.

Sixt fordert jetzt:
Reparaturkosten gemäß „Kalkulation“:  327,72 EUR
Nutzungsausfall 1,0 Tag(e) je     79,00         79,00 EUR
Auslagenpauschale                                                 35,00 EUR
Sachverständigenkosten                                     20,00 EUR
                                                                insgesamt 461,72 EUR

Schön, die Falle hat funktioniert, aber das diese Bande für ein von mir bereits angemietetes Fahrzeug auch noch Nutzungsausfall berechnet, obwohl ich es gerade benutze, ist an Frechheit und Ignoranz nicht zu überbieten und objektiv betrügerisch. Sie wissen genau, dass man für diesen Betrag nicht ökonomisch prozessieren kann. Das Internet ist übrigens voll von ähnlichen Fällen.

Nach langem Warten am Telefon ist es mir am 25.02.2016 gelungen mit einer Mitarbeiterin bei Sixt zu sprechen, welche die Lizenz zum Töten hatte: Sie war so gnädig, den „Nutzungsausfall“ zu löschen.

 

Im Umzugsmodus

In 14 Tagen werden wir erstmals im neuen Haus „übernachten“. Das Berliner Haus füllt sich mit Umzugskartons und die Wände sind bereits kahl. Die beliebteste Frage ist „Brauchen wir das noch?“ Vieles nicht, und der alte Astra Caravan fährt zentnerweise Holz, Papier und anderes zur Stadtreinigung.  Morgen werden Treppe und Türen eingebaut und dann kann der Fußbodenbelag der oberen Diele verlegt werden. Die Maler sind in den Bädern fast fertig. Die Telekom hat den Telefonanschluss (DSL+LTE) technisch fertiggemeldet. Der Anschluss könne aber nicht aktiviert werden, weil die Datenerfassung noch nicht erfolgt sei. Der Telekom Bauherren-Service meint, dies könne maximal 28 Tage dauern. Gerade fällt mir ein, dass kein Kabel für die LTE-Antenne in den HAR gelegt wurde, mein Fehler. Immerhin weiß ich, dank der Bundesnetzagentur, wo mein zuständiger Sendemast steht.

Mittlerweile sind Türen und die Treppe eingebaut. Fliesenleger, Bodenleger und Maler können jetzt ihr Werk vollenden und dann kann das große Putzen beginnen.
Am 8. Februar erhielten wir einen Anruf von unserem Bauleiter. Im linken Seitenteil der Treppe sei ein Riss aufgetreten und  es müsse ausgetauscht werden. Der Einbau eines neuen Seitenteils würde in ca. 14 Tage erfolgen, da es erst gefertigt werden müsse,  die Treppe könne aber weiterhin betreten werden.  Bei der Übergabe des Hauses am 12. Februar haben wir uns mit dem Bauleiter dahingehend geeinigt, dass wir auf einen Austausch verzichten und HvH dafür die Gewährleistung der Treppe von 5 auf 10 Jahre verdoppelt.
Am 9. Februar meldete sich der Elektriker Haase , dass er gerade die Alarmanlage montiert und danach die Datendosen anschließen werde.
Im Garten liegt seit Monaten ein großer Haufen Baumschnitt – kein schöner Anblick. Wir haben uns entschlossen, das Holz nicht zu verbrennen, sondern durch Baumpfleger Wandel schreddern zu lassen. Das macht zwar viel Krach, schont aber die Umwelt. Drei Mitarbeiter werden einen Tag zu tun haben.
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Die große Putzaktion wurde am 13. Februar beendet. Das Haus ist bereit für den Einzug am 18. Februar.

 

Finale und Hausabnahme

Heute hat unser Bauleiter den 12.02.2016 als Abnahmetermin vorgeschlagen und wir haben zugestimmt. Endlich hört das Pendeln zwischen Berlin und Borsdorf auf und es müssen nicht mehr 2 Häuser beheizt  werden.

Was ist noch zu erledigen? Am 28. und 29. Januar erhielten 2 Räume im OG  Vinyl-Parkett. Gleichzeitig wird die untere Diele von unserem Fliesenleger Gerd Kaden fertiggestellt.

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Gästezimmer
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Office
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Gäste – Duschbad 1
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Gäste – Duschbad 2

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Die Bautreppe in der Diele wird demnächst abgebaut. Die neue Treppe ist weniger steil , hat mehr Stufen und steht dann bereits im gefliesten Bereich, so dass der Fliesenleger die restlichen Fliesen legen kann.

Gebäudetechnik-Possenhain und beendete die Sanitär- und Heizungsinstallation bereits in in KW 5.  Jetzt sollte Wasser aus den Hähnen kommen, die Kollektoren auf dem Dach gefüllt sein und die Wolf-Therme 300 l Wasser angewärmtes enthalten.

Am 4. und 5. Februar 2016 wurden von der Firma  LifeLong Türen und die Treppe  eingebaut. Die Treppenstufen wollen wir „verpacken“,  damit sie beim Umzug nicht beschädigt werden.

Vom Elektriker Haase müssen noch Alarmanlage und Datensteckdosen montiert werden.

Mittlerweile hat Firma Jan Giesa das Garagenfundament fertiggestellt, so dass Betonwerk Carl Plötner  in KW 6 die Stahlbeton-Garage aufstellen kann.

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Fundament für Anbau

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Für den Umzug haben wir Spedition Hertling beauftragt. Mit dieser Spedition ist bereits der Kaiser umgezogen. Beim Vorort-Termin erlebten wir eine sympatische  Mischung zwischen Akquise und unseren Wünschen bzgl. des Leistungsumfanges. Der Umzug erfolgt am 17. und 18. Februar.

Umzug vorbereiten

Ein Umzug ist immer eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, auf welche Gegenstände verzichtet werden kann, erst recht, wenn ein relativ „volles“ Haus mit 223 m² Nutzfläche in eins mit 166 m² umzieht. Also haben wir alte Sachbücher –  unter anderem ein Lexikon mit 18 Bänden  –  und weitere Gegenstände und Möbel, die jahrelang nicht benutzt wurden, verschenkt oder entsorgt und sparen damit 10 Umzugskartons. Mittlerweile haben wir Angebote von 4 Speditionen erhalten. Die Kosten bewegen sich zwischen € 5.900 und € 3.540. Für den Transfer werden 2 Tage und 90 m³ Transportraum benötigt. Da wir mit Mietwagen der Fa. Sixt (18 m³) bereits 44 Kartons, 3 Schränke, Gartenmöbel etc. in der Garage eingelagert haben, werden wir wohl das günstigste Angebot wählen.

Bei unserer Fahrt nach Bosdorf am 12/13.01.2016 haben wir zufällig unseren Bauleiter im Haus getroffenen und dieser war sich nicht zu schade, mir beim Entladen von sauschweren Fliesenpaketen zu helfen.  Um die tropischen Temperaturen im OG  zu verringern reduzierte er auch die Heizleistung. Im EG haben die Fliesenleger dafür einfach die Ventile im Verteilerkasten geschlossen.
Es geht also schön voran, nur der nicht verfügbare Elektriker Haase macht uns und dem Bauleiter Sorgen. In der nächsten Woche wird die Küche eingebaut und ohne Hausstrom können die Geräte nur schwer getestet werden.