Archiv der Kategorie: Aktuelle Beiträge

Glasfaser ante portas

Wunder werden war: Die Einwohner von Borsdorf können jetzt entscheiden, ob Sie Internet per Glasfaser haben wollen oder weiter langsames DSL der Telekom. Unser rühriger Bürgermeister hatte die „Deutsche Telekom“ schon lange nicht mehr lieb und die „Deutsche Glasfaser“ suchte Partner um auch in Sachsen Fuß zu fassen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich mindestens 40 % der Einwohner für einen Glasfaseranschluss entscheiden. Die Ortsteile Zweenfurt und Borsdorf haben dieses Quorum bereits  erreicht. Wir haben 400 Mbit Download und 200 Mbit Upload gebucht  und bezahlen dafür fast den gleichen Preis, den uns die Telekom für 16 MBit berechnet.  Die Kosten  für den Hausanschluss werden bis zu einer Höhe von € 750,- von der Deutschen Glasfaser übernommen.  Die Bauarbeiten sollen Anfang März beginnen.

Kaum war die Entscheidung für die „Deutsche Glasfaser“ gefallen, begann die Telekom ihrerseits mit dem Glasfaser-Ausbau und errichtete noch im Dezember VDSL-Knoten in Borsdorf. Diese sind zwar noch nicht in Betrieb, aber die Telekom hat bereits begonnen frühere Kunden, die Verträge mit der „Deutsche Glasfaser“ abgeschlossen haben, telefonisch zur Rückkehr zu bewegen: Da unser Vertrag mit der Telekom noch nicht gekündigt worden sei, müssten wir ein weiteres Jahr Gebühren zahlen. Ein Rückruf bei der Deutschen Glasfaser ergab, dass unser Anschluss bereits vollständig gekündigt wurde, die Telekom die Kündigung aber noch nicht bestätigt hat. Bis zur Übernahme der Rufnummer von der Telekom werden die vertraglichen Kosten von der Deutschen Glasfaser gutgeschrieben (max. 12 Monate).

Da die Telekom für die letzte Meile nach wie vor vorhandene Kupferkabel benutzt, können nur Anschlüsse, die nahe am Knoten liegen die theoretisch mögliche Transferrate von 250 Mbit erreichen. Weit entfernten Kunden garantiert die Telekom maximal 50 MBit.

Es ist sehr zu begrüßen, dass  die Bundesregierung endlich einen Gesetzentwurf gegen den „Glasfaserkannibalismus“ veröffentlicht hat. Demzufolge können die Telekom  und andere ihre Kabel nicht mehr in Gräben legen, die sie nicht selber ausgehoben haben. Durch dieses Verhalten wird der Glasfaserausbau sehr behindert. Wenn ein entsprechendes Gesetz käme, könnten Firmen,  die in den Glasfaserausbau investieren zu sicheren Erlösen kommen. Leider ist es seit einem halben Jahr nicht zur Verabschiedung eines Gesetzes gekommen.

Vor 2 Wochen hat DG-Generalunternehmer „Terrado“ aus Wesel mit der Glasfaser-Verlegung begonnen. Diese Arbeiten werden  – bis auf wenige Ausnahmen – von osteuropäischen Arbeitern durchgeführt.  Die DG erwartet, dass bis Ende 2019 alle Kunden angeschlossen sind.  Wer Tiefbauarbeiten durchführt  benötigt „Schachtscheine“,  um die maximale  Grabtiefe zu kennen. Da die reale Tiefe wesentlich geringer war als im Schachtschein angegeben, wurde Stromleitung für Borsdorf-Süd von einer Grabfräse unterbrochen. Nach 8 Stunden hatten wir wieder Strom . Zwei Wasserleitungen wurden ebenfalls beschädigt.

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No news are good news

Auch nach zwei Jahren gibt es nichts Negatives über das Haus und „Heinz von Heiden“ zu berichten. Das Haus setzt sich nicht weiter und wir werden demnächst die losen Sockelleisten endgültig befestigen lassen. Der Riss in der linken Treppenwange hat sich nicht vergrößert und unser Uralt-Rasentraktor ist auch wieder angesprungen. Da wir es versäumt haben, die Kirschlorbeer-Sträucher winterfest zu machen, gibt es hier Frostschäden. Unser Bollerwagen, mit dem wir viele Tonnen Erde bewegt haben, ist leider gestohlen worden. Gegenwärtig wird jede Woche irgendwo in Borsdorf eingebrochen, so auch im Haus neben uns und obwohl unsere Fenster beleuchtet waren.

Überrascht hat uns der geringe Gasverbrauch im Frühjahr und Herbst. Auf der Südseite verfügt das Haus über große, bodentiefe Fenster mit Dreifachverglasung. Diese heizen die Wohnräume bei Sonnenschein so auf, dass ab etwa 10 Uhr nicht mehr geheizt wird.  Die beiden Kollektoren auf dem Dach erwärmen  den Warmwassertank (300 l) derart, dass gegen 16 Uhr bis zu 50° warmes Wasser verfügbar ist. Da der Sonnenstand im Sommer höher ist, kommt es nicht zu einer Überhitzung der Wohnräume.

Aber wie funktioniert eigentlich die überall erwähnte Brennwerttechnologie?  Anders als beim herkömmlichen Heizkessel, bei dem die heißen Abgase ungenutzt durch den Schornstein entweichen, werden bei der Brennwerttechnologie die Abgase so weit abgekühlt, das der darin enthaltene Wasserdampf teilweise zu flüssigem Wasser kondensiert. So kann die Energie des Dampfes zur Raumheizung genutzt werden. Letztlich kommt es darauf an, dass die Rücklauftemperatur des Heizwassers so gering wie möglich ist: Je kühler desto höher der Brennwerteffekt. Üblich sind 70° -75° Vorlauftemperatur für 50° Rücklauftemperatur am kältesten Tag des Jahres.

Der Auftrieb des Abgases moderner Brennwertheizungen reicht nicht aus, um den Schornstein zu verlassen, also ist ein Gebläse notwendig. Da das Abgas säurehaltig ist, muss die Abgasleitung beständig gegen Feuchtigkeit und Säure sein und vor Allem gasdicht sein.
Der Wirkungsgrad von Gasheizungen (109 %) ist gegenüber Ölheizungen etwa 6% größer, weil Erdgas mehr Wasserstoff enthält als Öl. Warum ein Wirkungsgrad über 100 % möglich ist erklärt sich dadurch, dass zum Standard „Heizwert“ die Wiedergewinnung der Wärmeenergie aus den Abgasen hinzugerechnet wird.

 

Jetzt den „LTE-Turbo“ zünden?

Im Dezember 2017 hat die Telekom Deutschland GmbH drei Postwurfsendungen mit der Überschrift „MAGENTA ZUHAUSE HYBRID“ in Borsdorf verteilen lassen. Geworben wurde mit der Schlagzeile: „JETZT ZUHAUSE DEN LTE-TURBO ZÜNDEN UND MIT BIS ZU 50 MBIT/SEK ZUSÄTZLICH SURFEN“ und noch „60 € Highspeed-Bonus“ sichern. Wenn Sie wissen wollen, was von dem wundersamen „LTE-Turbo“ zu halten ist, dann können Sie hier  die Erfahrungen eines Hybrid-Anwenders aus Borsdorf lesen.

Was meint die Telekom mit „Hybrid“?
Allgemein versteht man in der Technik unter Hybrid ein System, das zwei Technologien, in diesem Fall – DSL (Kabel) und LTE (Funk) – miteinander kombiniert. Zum einen werden Daten über DSL vom Hybrid-Router mit einer Geschwindigkeit von ca. 15 bis 16 Mbit/s bezogen. Zum anderen versucht der Hybrid-Router einen LTE-Mast in der Nähe zu finden, der Daten per Funk senden kann. Für Borsdorf und Panitzsch liefert der Mast in Panitzsch die besten Ergebnisse, wenn der Router entsprechend ausgerichtet ist und das Signal durch Gebäude nicht gestört wird. Wir benutzen Hybrid seit einem Jahr und können bestätigen, dass diese Technik funktioniert und Ausfallzeiten kaum vorkommen. So weit so gut. Aber wie hoch ist der Zugewinn in der Datenübertragung, den ein Telekom-Kunde durch die Hybrid Technik erhält? Wir haben mit dem Telekom Server „speedtest.t-online.de“ folgende Erfahrungen gemacht:

Download  von 8 bis 24 Uhr:   22 Mbit/s      +   6 Mbit/s
Download von 0 bis 8 Uhr   :    24 Mbit/s     +   8 Mbit/s

Upload von 8 bis 24 Uhr:  12 Mbit/s            + 10 Mbit/s
Upload  von 0 bis 8 Uhr :   13 Mbit/s            + 11 Mbit/s

Die von der Telekom angezeigten Übertragungswerte sind fast immer 10 % größer als die anderer Test-Programme. Der Upload hat sich um den Faktor 4 verbessert. Der Zugewinn im Download – und auf den kommt es an – hat uns aber sehr enttäuscht. Einen laut Telekom möglichen Download von bis zu 50 Mbit/s haben wir nie erreicht. Allerdings hatten wir das Gefühl, dass es etwas schneller geht. Das kann auch eine Folge des verbesserten Uploads sein. Internet-Radio mit 320 Mbit/s und paralleles Surfen an einem 2 Computer ist meistens flüssig möglich. Die Telekom begrenzt – wie verspochen – das Datenvolumen nicht, so dass täglicher Download im Gigabyte Bereich möglich ist.

Dieses Ergebnis dokumentiert unsere Erfahrungen und erhebt keinerlei Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. Bitte beachten Sie, dass diese Werte mit Standort, Zeit, Auslastung der Server und der Anzahl der Messungen variieren. Getestet wurde mit „speedtest.t-online.de“ und anderen frei erhältlichen Programmen.

Die Möglichkeit, sich durch eine Dachantenne mehr Datentransfer zu verschaffen, wird schwierig. Denn Innerhalb der LTE-Funkzelle existiert eine Priorisierung der Bandbreite, die dafür sorgt, dass zuerst Kunden mit Sprachnachrichten und dann Kunden mit Volumentarifen („via Funk“ oder Handy’s) bedient werden. Hybrid-Kunden erhalten nur den Teil der Bandbreite, den andere Klassen nicht verwenden. Zusätzlich garantieren die AGB’s der Telekom keine Bandbreite, da LTE ein „Geteiltes Medium“ ist. LTE wird erst dann zum DSL-Signal zugeschaltet, wenn dessen Auslastung mehr als 8o% beträgt. Entscheidend für den Hybrid-Zugewinn ist, dass man eine Funkzelle erreicht, die nicht ausgelastet ist. Es kann aber passieren, dass eine kaum ausgelastete Funkzelle von der Telekom abgeschaltet wird.
Anwender der weitverbreiteten Fritz!box haben bei der Verwendung von Telekom-Hybrid ein großes Problem.  Das „LTE/DSL“ Signal kann nur der Telekom-Hybrid Router liefern. Die Einrichtung der Fritz!box und der dort ggf. angeschlossenen Telefone muss geändert werden. Eine gute, aber nicht einfache, Anleitung gibt’s im Internet.

Fazit: Telekom-Hybrid ist ein kleiner Fortschritt mit zusätzlichen monatlichen 9,95 € Mietkosten.

Eine versprochene Übertragungsrate von „bis zu XXX Mbit/s“ ist eigentlich nichts wert, wenn nicht sicher ist, dass die beworbene Leistung jederzeit realisiert werden kann. Dies gilt für alle Internet-Provider. Es besteht Hoffnung, dass der Gesetzgeber die Internet-Anbieter in dieser Legislaturperiode dazu verpflichten wird, nur mit festen und verbindlichen Transferraten Werbung zu betreiben.

Ende Oktober 2017 haben die Gemeinden Borsdorf, Brandis und Naunhof beschlossen, den Breiband-Ausbau gemeinsam voranzutreiben: „Der Borsdorfer Gemeinderat beschloss am einstimmig eine Absichtserklärung, die gleichlautend auch den anderen Parlamenten vorliegt. Die vier Kommunen wollen demnach eine „erhebliche Verbesserung der Versorgungssituation der Haushalte und Gewerbetreibenden“, also „mindestens 100 Mbit/s im Downstream für alle Anschlüsse“. Ausbauprojekte und Fördermodelle sollen abgestimmt, die Gründung einer Betreibergesellschaft oder eines Zweckverbandes, der Netzausbau und -betrieb sowie das Dienstangebot umsetzt, geprüft und Förderanträge gemeinsam eingereicht werden.“ Quelle:
http://www.lvz.de/Region/Wurzen/Borsdorf-sucht-bei-Breitbandausbau-Schulterschluss

Wir sind gespannt, ob dieser Absicht in absehbarer Zeit auch Taten folgen. Dass die Telekom gerade jetzt eine „Bonus“-Werbung bzgl. Hybrid startet, lässt vermuten, dass dies eine Reaktion auf den Versuch der Gemeinden ist, den Breitband-Ausbau selbst in die Hand zu nehmen.

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm (update)

Wer geglaubt hat, mit „Herwart“ sei die winterliche Sturmsaison 2017-2018 erledigt,  hat sich geirrt, denn  Sturm „Friederike“ übertraft an Kraft und Ausdauer alle bisherigen Stürme.  Zum ersten Mal hatten wir Angst um das Haus. Während bei uns die Laubbäume nur einzelne große Äste  und alles Totholz verloren, wurden  bei den Nachbarn 2  große Tannen und eine mächtige Kiefer entwurzelt. Am nächsten Tag waren von morgens bis abends die Motorsägen zu hören. Interessant ist jetzt, wer für die beim Nachbarn entstandenen Schäden haftet.  Die Rechtsprechung ist in solchen Fällen meist der Meinung,  dass  der Grundstückseigentümer haftet. Er ist Verkehrssicherungspflichtiger und damit für den Gefahrenherd „Baum“ verantwortlich.

Sturmtief Herwart war ein starker Herbststurm mit Orkanböen, der am 29. Oktober 2017 über Dänemark, Nord- und Ostdeutschland, Polen und die Tschechische Republik sowie Teile Österreichs hinweg zog. Er verursachte sowohl an Nordsee- als auch Ostseeküste eine Sturmflut und Stranderosion, und führte verbreitet zu Sturmschäden, Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen. Mindestens neun Menschen wurden durch die Auswirkungen des Sturms getötet. Er gilt als zweiter schwerer Herbststurm des Jahres in Mitteleuropa nach dem Sturmtief Xavier (4.−6. Oktober).

MODIS-Terra-Satellitenbild Europas vom 29. Oktober 2017 mit dem abziehenden Zentrum von Herwart über Weißrussland

Auch auf unserem Grundstück hat Herwart heftig gewütet und zwei große 40 Jahre alte Tannen gefällt. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Laubbäume haben dem Sturm standgehalten, nur die große Rotbuche hat sich geringfügig geneigt. Von allen Bäumen wurde eine Menge Totholz abgerissen, so dass es nicht geraten war,  in den Garten zu gehen. Das Haus wurde nicht beschädigt, aber es gab deutliche Klappergeräusche im Dach. Der Druck von einigen heftigen Böen war im Haus deutlich zu spüren. Da macht man sich schon Sorgen. Die Sat-Schüssel auf dem Dach wurde vom Sturm geringfügig gedreht, mit der Folge, dass alle HD-Sender nicht mehr empfangen werden konnten. „Normale“ Programme benötigen weniger Feldstärke als HD-Sender (85%) und müssen nicht exakt auf den Astra-Satelliten ausgerichtet sein.

Herbst in Borsdorf bedeutet wochenlanges Laub harken und mit dem Bollerwagen zum geschützten Kompostierplatz zu fahren. Etwa 8-10 Tonnen nasses Laub müssen eingesammelt werden. Dank Herwart mussten zusätzlich 2 Bäume zersägt und deren Wurzel ausgegraben werden. Eine weitere Tanne wurde wegen mangelnder Standfestigkeit gefällt. Auch diese Wurzel muss noch ausgegraben werden.

Wo sind die Vögel geblieben?

Ab 16 Uhr kann man seit Wochen nur noch mit langen Hosen und Ärmeln im Garten herumlaufen, denn Mücken sind in Mengen in der Luft und stürzen sich auf alles was 2 oder 4 Beine hat.  Abends bei Kerzenschein draußen zu sitzen ist nicht möglich. Was ist passiert? Hat der Frost im Frühjahr die Vogelbrut weitgehend getötet, oder sind durch übermäßige Verwendung von Pestiziden  in der Landwirtschaft Vögel einfach verhungert.
Haben es Fleischbarone à la Tönnies  mit der Ausbringen von Millionen Tonnen Gülle durch Subunternehmer endlich geschafft, Boden und Trinkwasser zu vergiften?  Warum bezahlt die Bundesregierung  die von der EU-Kommission verhängten Strafgelder?
Warum wurde die gesetzliche Verkettung der zulässigen Anzahl von Schweinen mit der Ackerfläche eines Betriebes in Deutschland abgeschafft, so dass alle anderen Bauern, die  EU-Regeln bzgl. Schweinefleisch einhalten, nicht mehr konkurrenzfähig sind?

Die Rosskastanienminimiermotte  ist jetzt auch in Sachsen angekommen und sorgt dafür, dass die riesige „Gewöhnliche Rosskastanie“ ab Mitte Juli ihre Blätter verliert. Sie breitet sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 bis 100 km pro Jahr über Europa aus und hat kaum natürliche Fressfeinde. Bei uns ist jetzt schon Mitten im Sommer Herbst und wir müssen das Laub von 8 Hundertzwanzig Jahre alten Bäumen kehren. Die „Rotblühende Kastanie“ ist für die Larven der Miniermotte nicht anfällig und soll als Ersatz gepflanzt werden. Sie ist mit maximal 20 Meter Höhe kleiner als die Rosskastanie. Wenn es ein paar Bäume weniger gäbe wären wir nicht traurig.

Die Bäume sterben nicht sofort, aber da sie durch die abgestorbenen Blätter nicht genug Nährstoffe bekommen, ist ihr Ende absehbar.
Ein Feind der Miniermotte ist die Blaumeise, aber es gibt sie kaum.

Etwa 400 Meter außerhalb von Borsdorf wurde ein Asylantenheim mit 120 Plätzen gebaut. Der Anteil der Gemeinde an den Kosten beträgt ca.€ 300.000. Die untergebrachten jungen Männer sorgten in diesem Jahr für Abwechslung. Zuerst gab es eine Bombendrohung in einem nahegelelegen Ausbildungsszentrum. Schulen und Kindergärten wurden geschlossen und die Bahnlinie Leipzig-Dresden für Stunden gesperrt. Ein Polizeihubschrauber kreiste stundenlag über dem „Tatort“,  doch die angerückten 200 Polizisten konnten nichts finden. Einen Monat später gab es einen weiteren nächtlichen Großeinsatz (SEK). Der wahrscheinliche gleiche Täter hat versucht, weitere Bewohner für einen Bombenanschlag auf die Russische Botschaft in Berlin zu gewinnen, doch das geplante Attentat wurde verraten. Da fast alle Asylbewerber aus Maghreb-Staaten ihre Ausweispapiere „verlieren“, hat es über einen Monat gedauert bis Tunesien neue Papiere geliefert hat und der „Bombenleger“ ausgeflogen werden konnte.
Die freiwillige Feuerwehr ist ziemlich sauer auf die Herren Asylanten, musste sie doch bereits acht Mal in diesem Jahr (lt. Gemeinde Nachrichten)  in der Nacht ausrücken, um einen „Feueralarm“ zu beseitigen. Jedes Mal wurde in der Küche „vergessen“,  den Herd auszuschalten. Da in Borsdorf ein Feueralarm mit Sirenen ausgelöst wird, wurden viele Bewohner geweckt.

Entfernt  den Juckreiz der Mückenstiche durch beißende Hitze.
Katze Lilly hat jetzt beschlossen den Namen „Mule“ anzunehmen und läßt sich – bei Hunger – herbeipfeiffen.
Aufgearbeitete Eingangstür der Staegemann-Villa.
Herbstlicher Pflanzstreifen
Neuer Sitzplatz
Bambus Anpflanzungen
Kentia-Palme im Neubau mit neuem Topf.
Eingangstor der Staegemann Villa ist jetzt zweifarbig.

Erdbeben und andere Kleinigkeiten

Gerade hat mich Microsoft mit einem Windows 10 Update beglückt („Redstone 2“, Version 1703).  Sie haben mich vorher höflich gebeten, meine Datenschutz-Einstellungen zu prüfen und darauf aufmerksam gemacht, dass Windows  10 für jeden Benutzer eine eindeutige Werbe-ID generiert und diese für Werbezwecke verwendet werden kann. Dies könne aber in den Einstellungen des Datenschutzes deaktiviert werden. Da WordPress ebenfalls ein Update durchgeführt hat probiere ich hiermit, wie ein neuer Beitrag gelingt.

Das Haus hat sich mittlerweile um 1-2 mm gesetzt und 1/3 der gefliesten Sockelleisten haben sich von den Wand gelöst, weil der Fliesenleger sie bereits mit den Bodenfliesen verklebt hat. Das lässt sich nicht vermeiden, es sei denn, man klebt die Sockelfliesen erst nach dem Setzen das Hauses . Viel wichtiger ist,  dass es an unseren Wänden keine Risse gibt, denn irgendein Vollpfosten hat die Ablage von  über 100 LKW-Ladungen Bodenaushub (je 37 m³) auf dem  Borsdorfer Güterbahnhof genehmigt. Diese werden nun nach und nach an unserem Haus vorbei abgefahren. Beladen wiegt so ein Fahrzeug über 32 Tonnen.

Die Wolf CSZ-2 Gastherme wurde Anfang Dezember 2015 in Betrieb genommen und hat 2016 anstandslos und mit niedrigem Verbrauch gearbeitet. Obwohl eine Wartung lt. Wolf-Service jährlich zu erfolgen hat, ist unser HvH -Vertragspartner trotz mehrerer Aufforderungen nicht erschienen. Wir haben uns über merkwürdige  Geräusche im Haus gewundert, die wir aber nicht lokalisieren konnten. Zufällig fanden wir heraus, dass es sich um Verpuffungen (kleine Explosionen)  in der Therme handelte. Bei der Wartung  – nach 15 Monaten – wurde sichtbar, dass der Behälter, der die festen Verbrennungsrückstände aufnimmt, übervoll war. Auf Anweisung des Herstellers wurde bei der Wartung auch der Brennerkopf gewechselt. Auf jeden Fall werden wir uns in Bezug auf eine  Wartung nicht mehr hinhalten lassen. Nach der Wartung stellte sich heraus,  das der fürs das Arbeitszimmer zuständige  Stellmotor nicht vom zugehörigen Thermostaten gesteuert wird. Als Notlösung lasse ich den Stellmotor über den Thermostaten des Wohnzimmers steuern. Aufgepasst,  Stellmotore werden mit 220 Volt betrieben! Eine richtige Temperatursteuerung der Fußbodenheizung soll dazu führen, dass alle benutzten Räume maximal eine Bodentemperatur von 22° haben. Der Boden fühlt sich natürlich etwas kalt an, aber die aufsteigende Wärme sorgt dafür, dass die gefühlte Raumtemperatur mindestens 1° höher eingeschätzt wird.

Ein leichtes Erdbeben hat in der Nacht zum 29.4.2017 die Region um Leipzig erschüttert. Das Beben um 2.56 Uhr hatte eine Stärke von 3,0 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag etwa zehn Kilometer westlich von Leipzig . Es befand sich in elf Kilometern Tiefe. Es war mein erstes erlebtes Erdbeben und ich bin beeindruckt.  Nach einem kurzen dumpfen Grollen erfolgte ein kurzer, relativ heftiger Stoß. Im Haus schepperte es deutlich, aber Beschädigungen waren später nicht zu erkennen. .

Im Juli 2017 haben wir uns endlich die Mühe gemacht, die nicht von  HvH  erbrachten Leistungen  zu addieren. Aus 77 Rechnungen ergeben sich Kosten von  € 102.000. Die gesamten Baukosten – ohne Grundstück – betragen € 288.045.
Die folgenden Bilder zeigen einige Aktivitäten der letzten 3 Monate.

Sozialisten und Könige

Nahe unserem Haus und in 5 Minuten zu Fuß zu erreichen, liegt direkt an einer Brücke über das Flüsschen Parthe , das „Bebel-Liebknecht-Haus“. Aufgrund des  Sozialistengesetzes wohnten dort von 1881 bis 1890 die SPD-Führer August Bebel und Wilhelm Liebknecht in der Leipziger Str. 1. Dazu August Bebel im Jahr 1900: „Liebknecht bekam in einem anderen Hause ein einfenstriges Zimmer, in dem er zeitweilig mit seiner Familie bis zum Herbst des nächsten Jahres hauste, wo ich in Borsdorf Quartier machte und nun ein Haus entdeckte, in dem wir beide auskömmliche, wenn auch ärmlich ausgestattete Räume mieten konnte“.
Dort hat Liebknecht bis zu seiner Übersiedlung nach Berlin, September 1890, gewohnt. Trotz der Unzulänglichkeiten soll für die Liebknecht-Kinder die Zeit in Borsdorf mit den „schönsten Kindheitserinnerungen“ verbunden gewesen sein; hier machte sie ihr Vater mit der deutschen und der Weltliteratur ebenso vertraut wie mit Natur, Flora und Fauna. Dazu Natalie Liebknecht: „Park und Wald, beides unserer Wohnung gegenüber, gehört sozusagen uns, denn außer an Sonntagen verliert sich selten jemand bis dahin, und so sind wir darin unser eigner Herr. Wir lesen, schreiben und arbeiten, die Kinder spielen, niemand stört uns“.
Zugleich entwickelte sich der Bebel und Liebknecht politisch aufgezwungene Dorfwohnsitz zum Zentrum illegaler sozialdemokratischer Parteiarbeit. August Bebel berichtete, dass jeden Sonn- und Feiertag Sozialdemokraten aus Leipzig nach Borsdorf kamen, um Liebknecht und ihn zu treffen: „Oft hielten wir unter freiem Himmel geheime Versammlungen ab, wobei es galt, durch Aufstellung von Posten die herumstreifende Polizei uns vom Hals zu halten“. Jahrzehnte danach weihte die SPD mit einem großen Fest am 30. März 1930 – einen Tag nach dem Geburtstag von Wilhelm Liebknecht (* 1826) – die Gedenktafel für Bebel und Liebknecht am Haus in Borsdorf ein. Am Aufmarsch nahmen laut Polizeiangaben mindestens 6.000 Sozialdemokraten und Reichsbannerleute teil (die Leipziger Volkszeitung nannte am 31. März 1930 gar 10.000 Teilnehmer). In der Nazizeit wurde die Tafel versteckt und am 1. Mai 1946 wieder am Hausgiebel angebracht, wo sie sich bis heute befindet.  (Quelle: Wikipedia)

Bebel-Liebknecht-Haus
Erinnerungstafel am Bebel-Liebknecht-Haus
Parthe

Anders als bei Friedrich Wilhelm Voigt, der nur zum „Hauptmann von Köpenick“ wurde, weil er von keiner Gemeinde einen Pass bekam und überall ausgewiesen wurde, haben es die sächsischen Behörden nicht gewagt, Bebel und Liebknecht mit einem polizeilichen Aufenthaltsverbot für das direkt an Leipzig grenzende Borsdorf zu belegen und sie in abgelegenes Gebiet zu vertreiben.


Eingangstor

Am Montag, den 20. Mai 1895 besuchte König Albert von Sachsen und König Ferdinand von Bulgarien das auf unserem Grundstück einige Jahre zuvor erbaute Staegemann-Haus.  Max Staegemann war von 1882 bis zu seinem Tod 1905 Intendant der drei Leipziger Bühnen und einer der führenden Bühnenleiter Deutschlands. Der Hofzug hielt außerhalb des Bahnhofes vor dem Grundstückseingang, dessen Orginaltor noch erhalten ist. Ein ausgerollter Teppich führte vom Bahnkörper zum Eingang. Im Erdgeschoss befindet sich eine nach dem damaligen Geschmack getäfelte „Bauernstube“, die als Trink-  und Rauchstube verwendet wurde. Die hohen Herrschaften scheinen sich dort aufgehalten zu haben, denn das Besuchsdatum ist als Inschrift über einer Eingangstür  erhalten geblieben. Staegemann hat auf seinem Grundstück kleine  Konzertveranstaltungen und Theateraufführungen durchgeführt. Als Kulisse lies er sich inmitten eines kleinen Waldes eine Gartenlandschaft mit künstlichem Teich, Springbrunnen und Wasserfall bauen. Diese „Landschaft“ ist noch heute erhalten, nur die „Wasserspiele“ funktionieren nicht mehr. Die am Haus angebrachte hölzerne Bühne ist bei einem Bombenangriff zerstört worden. Staegemanns Enkelin berichtete, dass Staegemann mit Nikisch, Mahler, Wagner, Brahms und Bruckner befreundet war. Der in Leipzig wohnende Max Reger ist oft bei Staegemann zu Gast gewesen.

Steagemann-Haus (1895), Postkarte mit Namensfehler
Staegemann-Haus, Strassenansicht (1920)
Staegemann-Haus, Gartenansicht (2016)
Max Staegemann  (*10. Mai 1843 in Freienwalde; † 29. Januar 1905 in Leipzig)