Archiv der Kategorie: Aktuelle Beiträge

Sozialisten und Könige

Nahe unserem Haus und in 5 Minuten zu Fuß zu erreichen, liegt direkt an  einer Brücke über das Flüsschen Parthe , das „Bebel-Liebknecht-Haus“. Aufgrund des  Sozialistengesetzes wohnten dort von 1881 bis 1890 die SPD-Führer August Bebel und Wilhelm Liebknecht in der Leipziger Str. 1. Dazu August Bebel im Jahr 1900: „Liebknecht bekam in einem anderen Hause ein einfenstriges Zimmer, in dem er zeitweilig mit seiner Familie bis zum Herbst des nächsten Jahres hauste, wo ich in Borsdorf Quartier machte und nun ein Haus entdeckte, in dem wir beide auskömmliche, wenn auch ärmlich ausgestattete Räume mieten konnte“.
Dort hat Liebknecht bis zu seiner Übersiedlung nach Berlin, September 1890, gewohnt. Trotz der Unzulänglichkeiten soll für die Liebknecht-Kinder die Zeit in Borsdorf mit den „schönsten Kindheitserinnerungen“ verbunden gewesen sein; hier machte sie ihr Vater mit der deutschen und der Weltliteratur ebenso vertraut wie mit Natur, Flora und Fauna. Dazu Natalie Liebknecht: „Park und Wald, beides unserer Wohnung gegenüber, gehört sozusagen uns, denn außer an Sonntagen verliert sich selten jemand bis dahin, und so sind wir darin unser eigner Herr. Wir lesen, schreiben und arbeiten, die Kinder spielen, niemand stört uns“.
Zugleich entwickelte sich der Bebel und Liebknecht politisch aufgezwungene Dorfwohnsitz zum Zentrum illegaler sozialdemokratischer Parteiarbeit. August Bebel berichtete, dass jeden Sonn- und Feiertag Sozialdemokraten aus Leipzig nach Borsdorf kamen, um Liebknecht und ihn zu treffen: „Oft hielten wir unter freiem Himmel geheime Versammlungen ab, wobei es galt, durch Aufstellung von Posten die herumstreifende Polizei uns vom Hals zu halten“. Jahrzehnte danach weihte die SPD mit einem großen Fest am 30. März 1930 – einen Tag nach dem Geburtstag von  Wilhelm Liebknecht (* 1826) – die Gedenktafel für Bebel und Liebknecht am Haus in Borsdorf ein. Am Aufmarsch nahmen laut Polizeiangaben mindestens 6.000 Sozialdemokraten und Reichsbannerleute teil (die Leipziger Volkszeitung nannte am 31. März 1930 gar 10.000 Teilnehmer).  In der Nazizeit wurde die Tafel versteckt und am 1. Mai 1946 wieder am Hausgiebel angebracht, wo sie sich bis heute befindet.  (Quelle: Wikipedia)

Bebel-Liebknecht-Haus
Erinnerungstafel am Bebel-Liebknecht-Haus
Parthe

Anders als bei Friedrich Wilhelm Voigt, der nur zum „Hauptmann von Köpenick“ wurde, weil er von keiner  Gemeinde einen Pass bekam und überall ausgewiesen wurde,  haben es die sächsischen Behörden nicht gewagt,  Bebel und Liebknecht mit einem polizeilichen Aufenthaltsverbot für das direkt an Leipzig grenzende Borsdorf zu belegen und sie  in abgelegenes Gebiet zu vertreiben.


Eingangstor

Am Montag, den 20. Mai 1895 besuchte König Albert von Sachsen und König Ferdinand von Bulgarien das auf unserem Grundstück einige Jahre zuvor erbaute Staegemann-Haus.   Max Staegemann war von 1882 bis zu seinem Tod 1905 Intendant  der  drei  Leipziger Bühnen und einer der führenden Bühnenleiter Deutschlands. Der Hofzug hielt außerhalb des Bahnhofes vor dem Grundstückseingang, dessen Orginaltor noch erhalten ist. Ein ausgerollter Teppich führte vom Bahnkörper zum Eingang. Im Erdgeschoss befindet sich eine nach dem damaligen Geschmack getäfelte „Bauernstube“, die als Trink-  und Rauchstube verwendet wurde. Die hohen Herrschaften scheinen sich dort aufgehalten zu haben, denn das Besuchsdatum ist als  Inschrift über einer Eingangstür  erhalten geblieben. Staegemann hat auf seinem Grundstück kleine  Konzertveranstaltungen und Theateraufführungen durchgeführt. Als Kulisse lies er sich inmitten eines kleinen Waldes eine Gartenlandschaft mit künstlichem Teich, Springbrunnen und Wasserfall bauen. Diese „Landschaft“ ist noch heute erhalten, nur die „Wasserspiele“ funktionieren nicht mehr. Die am Haus angebrachte hölzerne Bühne ist bei  einem Bombenangriff zerstört worden. Staegemanns Enkelin berichtete, dass  Staegemann mit Nikisch, Mahler, Wagner, Brahms und Bruckner befreundet war.  Der in Leipzig wohnende Max Reger  ist oft bei Staegemann zu Gast gewesen.

Steagemann-Haus (1895), Postkarte mit Namensfehler
Staegemann-Haus, Strassenansicht (1920)
Staegemann-Haus, Gartenansicht  (2016)
Max Staegemann  (*10. Mai 1843 in Freienwalde; † 29. Januar 1905 in Leipzig)

Ein Jahr im neuen Haus – Zeit zum Lesen und Schrauben

Die weiße Pracht lag wochenlang 20 cm hoch und  nachts  herrschte strenger Frost. An  einigen Tagen hat es so stark geschneit,  dass  300 m Gehweg mit der Kehrmaschine mehrfach geräumt werden mussten.  Die Poolabdeckung bog sich gefährlich durch und musste  ein paarmal vom Schnee befreit werden.  Wenn tagsüber die Sonne schien und es taute, donnerten  ab Mittag Schneelawinen vom Dach. Kurz und gut, es ist Winter und da bleibt man meist gerne im Haus. Die Bauherrin arbeitet  noch nicht gelesenen Bücher ab, während ich mich meist mit  Musik  oder Technik beschäftige.

Nach einem Jahr meldete die Funkzentrale der „Friedland“ Alarmanlage durch rotes Blinken „Low Battery“, ohne zu verraten von welchem Sensor die Meldung kommt. Das Handbuch will, dass alle Batterien nach einem Jahr zu ersetzen sind.  Dazu muss die Alarmanlage mehrfach in den Servicemodus gesetzt werden, damit beim Tauschen der Batterien nicht der Sabotage-Alarm anspringt. Da der  Servicemodus nach 10 Minuten automatisch beendet wird und die Sirene droht, kam Stress auf. Nach 2 Stunden waren 11 Sensoren mit neuen Batterien versorgt. Beim Testalarm blieb die Außensirene stumm. Erst nach Stunden kam ich auf die Idee, die Sirene das Setup neu lernen zu lassen; jetzt gibt’s auch draußen Krach.  Beim Messen der Rest-Spannung der Batterien stellte sich heraus, dass nur die 9 Volt Blöcke hätten getauscht werden müssen. Die Knopfzellen hatte alle noch 3 Volt. Die Wahl einer drahtlosen Alarmanlage ( € 1.200) bei einem Neubau betrachten wir jetzt als Fehler. Der Elektriker hätte vor dem Innenputz die Leitungen für eine Stromversorgung bequem schlitzen können.

Ein verlassen im Regal stehender ThinkPad  aus dem Jahre 2011 tat mir leid und wurde wieder zum Leben erweckt. Nach dem Löschen der Festplatte und  der Installation einer liegengebliebenen Windows 8 Lizenz, dem anschließenden Upgrade auf Windows 8.1 und dem jetzt möglichen Upgrade auf Windows 10, ist wieder ein flotter Rechner  entstanden. Das kostenfreie  Win10 Upgrade  wurde im August  2016 beendet, doch  Microsoft  hat für „behinderte“ Menschen ein Schlupfloch offen gelassen. Googeln hilft hier weiter. Der ThinkPad bekam noch einen neuen Akku und wurde dann verkauft.

Drei   einwandfreie Festplatten  wollen  einen neuen Besitzer finden. Bei Bedarf bitte melden.

Obwohl der Hersteller eine Lebensdauer von 11 Jahren angibt, hat mein  Coolermaster Tower  ein neues „bequiet!“-  Netzteil bekommen. Nach fast 10 Jahren  möchte ich nicht  von einem Ausfall überrascht werden.

Da die Telekom in Borsdorf nur DSL16 (Download bis zu 16 Mbit/s, Upload bis zu 2 Mbit/s) anbietet und die Gemeinde auch nicht mit den „Platzhirschen“  (Telekom und Vodafone) über einen Ausbau verhandelt, haben wir für € 9  im Monat  einen „Speedport Hybrid“ von der Telekom gemietet. Diese Version des Speedports verbindet sich bei Bedarf mit dem nächsten LTE Mast und soll die Downloadrate auf bis zu 50 Mbit/s erhöhen. Da ein Speedport  bei Weitem nicht den Komfort  einer Fritzbox bietet, soll  er nur  DSL, LTE und Telefonie  an die Fritzbox  liefern, der DSL-Import  durch die Fritzbox ist abgestellt.  Im Netz gibt es hierzu mehrere Anleitungen, die mir aber als zu kompliziert und unzuverlässig erscheinen.   Damit die Fritzbox  dauerhaft konfiguriert werden kann, muss ihre Adresse  manuell vergeben  werden  und darf nicht via DHCP vom Speedport geholt werden. Unsere beiden  VoIP-Telefone  „FRITZ!Fon C5“ haben wochenlang in beiden Richtungen funktioniert. Jetzt wachen sie bei einem Anruf aus dem „Stand by“ nicht auf. Wer hat eine dauerhafte Lösung?

Gelobt sei der Sonntag, die Bauherrin ist in Berlin und Katze Lilly  stromert draußen herum. Endlich Zeit eine Lösung zu suchen. Auf der Seite   Fritzbox am Speedport-Hybrid  habe ich eine  gut dokumentierte Lösung gefunden.  Wer sich bereits mit dem Setup von Speedport und Fritzbox beschäftigt hat, wird erfolgreich sein.   Wäre keine Lösung verfügbar,  hätten wir  das  Telekom  „Speedphone 50“  am Speedport betreiben  müssen, und dieses kann mit  dem „Fritz!Fon C5“ nicht mithalten. Die Beurteilungen bei Amazon und Co. sind hier sehr deutlich.

 Der Anschluss von ISDN Geräten gelingt mit dem  Speedport ISDN Adapter. Damit der Adapter wirksam wird, muss man sich im „Telekom Kundencenter“ einloggen und den Adapter anmelden.  Den Adapter verbindet man mit dem S0 Eingang der Fritzbox. Diese dient  dann als TK-Anlage.

Gegenwärtig steht der Speedport mit fliegender Verdrahtung zum Testen im Maschinenraum,  ausgerichtet auf einen ausgelasteten Sendemast in 3 Km Entfernung und wartet, dass der Antennenbauer erscheint. Die bisherigen Testergebnisse zeigen, dass ohne Funk-Antenne auf dem Dach die 50 Mbit/s nicht zu erreichen sind. Der Download hat sich um 10-20 % verbessert, der Upload ist um das 5-6 fache größer. Der von der Telekom vorgeschlagene LTE-Mast liegt in entgegengesetzter Richtung an der Autobahn nach Dresden. Hier geht noch etwas, aber nur mit einem professionellen Antennenbauer. Wir bleiben dran.

(Fortsetzung  01.04.2017)
Nach dem Termin mit dem  Antennenbauer und weiterer Beschäftigung mit dem Thema „Hybrid“, kann man die 50 Mbis/s „vergesssen“. Es existiert eine Priorisierung der Bandbreite,  die dafür sorgt, dass zuerst „VoLTE „- Kunden   (Voice over LTE)  und dann Kunden mit  Volumentarifen („via Funk“ oder Handy’s),  bedient werden.  Hybrid-Kunden erhalten  nur  den Teil der Bandbreite, den  anderen Klassen nicht verwenden. Zusätzlich garantieren die AGB’s der Telekom keine Bandbreite,  da LTE  ein „Shared Medium“ ist.  LTE  wird zum DSL-Signal zugeschaltet, wenn dessen  Auslastung mehr als  8o%  beträgt.  Umgekehrt kann es bei ausgelasteten DSLAM’s  (DSL-Zugangsmultiplexer)  dazu kommen,  dass  die kalkulierten 80% Auslastung der  synchronisierten  Signale nicht zustande kommt und LTE nicht  zugeschaltet wird.  Dann  kann es  sogar sein, dass die  maximale DSL-Transferrate nicht erreicht wird. Entscheidend für den LTE-Zugewinn ist, dass man eine LTE-Zelle erreicht,  die nicht ausgelastet ist und man die Kosten für eine Dachantenne nicht scheut. Es kann aber jederzeit passieren, dass eine nicht ausgelastete Zelle von der Telekom abgeschaltet wird.

2016 – Lost and Found

Seit fast 11 Monaten wohnen wir jetzt im Haus und es ist schön, dass soviel geschafft wurde.  Über 500  m² rund ums Haus herum sind bepflanzt oder mit Rasen versehen.  Der Pool wurde saniert und das Grundstück von Baum-Wildwuchs und Gestrüpp befreit, so dass der ursprüngliche Parkcharakter langsam wieder sichtbar wird.  Aber es war auch hart und manchmal sind wir an unsere Grenzen gekommen.  Hier kommen noch ein paar unsortierte Fotos aus 2016.

20160908_113449
Kater Emmi hat sich der Völlerei hingegeben und kommt nur noch zum Fressen. Glücklicherweise haben wir eine Nachfolgerin: Lilly, eine reizende, junge Katze.
20161217_202243
Lilly ist eine vielseitig interessierte Katze. Beim Fernsehen mag sie besonders fliegende Vögel.
20161221_101520
Am Gürtel hängt die Einhandmotorsäge, Mit einer Hand wird geklettert, mit der anderen Hand das Seil angebracht und von unten in die Fallrichtung gezogen. Man kann Mario W. beim Fällen kaum zuschauen. Und alles bei -5° Celsius.
20161019_105847
Hier geht es wesentlich leichter.

 

 

 

 

Herbst und Hohe Zeit

Endlich ist heute der erste kleine Nordwest-Sturm in Sachsen angekommen, sodass die Bäume ihre Blätter in Massen verlieren und ein Ende des täglichen Laubharkens in Sicht ist. Wir sind verpflichtet 300 m Trottoir zu räumen und das Laub der dort stehenden 10 Kastanien und 2 Linden an die Baumstämme zu harken. Vom Bauhof wird das Laub dann aufgesaugt und abgefahren. Merkwürdigerweise sind in diesem Jahr auch extrem viele Kastanien entstanden. Auf dem Grundstück fällt das Laub  von 20 Bäumen an. Dieses wird zusammengeharkt, kompostiert oder unter Nadelbäumen abgelegt. Die nächsten Wochen werden wir mit Laub harken beschäftigt sein.
Da einige Robinien nicht mehr standfest waren wurden diese gefällt. Ein mächtiger Ahorn und ein großer Walnussbaum standen schief und drohten auf ein Haus zu fallen. Beide wurden gekürzt. Für die nicht ungefährliche Baumpflege, Schreddern der Äste und Fräsen der Baumstümpfe wird ein mehrfach vierstelliger Betrag fällig.
Nach der Erzeugung hunderter Hügel hat es den Maulwurf endlich erwischt und die Regenwürmer können den Boden wieder ungestört auflockern. Wir sind nicht traurig.
In den nächsten Tagen wird es den ersten Frost geben und die Dahlien müssen ausgegraben und in einen frostfreien Raum gebracht werden. Ebenso Agaven, Palmen und Oleander. Aus dem Pool wurden 8.000 l Wasser abgepumpt, so dass  Skimmer und Wasser Öffnungen trocken liegen. In der Filterbox ist aus Sandfilter und Wasserpumpe das Wasser abgelassen. Der Garten-Wasserhahn am Haus ist zwar frostsicher, der außen an Hahn befestigte Garten-Wasserzähler aber nicht und wird daher demontiert. Bei  Sonnenschein und einer Außentemperatur von 10° liefern die Solarkollektoren  26° warmes Wasser an die Wolf-Therme . Bei einer Außentemperatur von 3° und Sonnenschein beträgt die Kollektortemperatur immer noch erstaunliche 21°. Ohne Sonne geht natürlich nichts.

Am 15.10.2016 haben Anni und unser Rob in Lychen/ Brandenburg geheiratet. Es gab ein Riesenfest mit 130 Gästen und mehreren Bands.

Trauung
Gästebaum

14711325_10210135219434080_500614890729330495_o

Geschenk einiger Gäste: Auftritt von Romano (Köpenick) nach Mitternacht im Saalbau. Milky Chance amüsieren sich auch.
Sarah Hartman
14706799_10210561813144878_914395466274017231_o
Retro Stefson
14682149_10210561808064751_6982311399114754346_o
Me and my Drummer
Gruppenbild mit Ballon

14718590_10210982842071575_1320433189544759800_n 14692061_10154144648589755_8445191761628804048_o 14657458_10210982848631739_3586610517527443671_n 14711559_10210135202593659_4245398708308778170_o 14712670_10210135199473581_4981195537227464378_o 14543704_10210982831871320_1150489580052451227_o 14612379_10210135227114272_2502477588929377657_o 14712759_10210561803384634_3247214129742382383_o 14712521_10210135202153648_4332291074808323584_o

 

Ein halbes Jahr im neuen Haus

Nach langer  Pause melden wir uns mal wieder. Da wir gegenwärtig keine  Probleme mit dem Haus haben und alles funktioniert, können wir  nichts Negatives berichten. Wir freuen uns , dass es  keine Setzungsrisse gibt und die Haustechnik ohne  Störungen läuft. Mittlerweile überstand das Haus  Sturm und heftige Regenfälle unbeschadet. Der „Blower Door Test“ wurde  mit  n50 = 0,98 1/h  bestanden, zulässig sind 3,0. Seit Mai 2016 haben wir nur ca 100 m³ Gas verbraucht haben und hatten trotzdem jederzeit warmes Wasser. Es ist schon erstaunlich, welchen Wirkungsgrad die beiden Kollektoren auf dem Dach haben.

Die einzige Plage, die uns seit Wochen heimsucht sind Wühlmäuse und ein Maulwurf. Der Versuch, die ungebetenen Gäste mit Buttersäure vom Pool zu vertreiben, war leider nicht erfolgreich. Jeden Tag kommen 3 neue Erdhügel hinzu, die dann wieder beseitigt werden müssen. Der teure Rollrasen ist nur noch ein Flickenteppich.

Erfreulich entwickelt sich die „Landwirtschaft“ der Bauherrin, auch wenn sie etwas ungeordnet erscheint. Seit mehreren Monaten können wir Tomaten ernten, wobei die Cherry-Tomaten deutlich besser als die aus dem Handel schmecken. Bei anderen Sorten haben wir das nicht so festgestellt. Auf jeden Fall ist alles im Garten total „Bio“. Die Streuobst-Äpfel enthalten selbstverständlich Maden und die Bauherrin ist unermüdlich dabei „fleischlosen“ Apfelmuss herzustellen. Dieser ist heller und rötlicher, und schmeckt auch besser als die Handelsware. Pflaumen und Marillen sind wunderbarerweise nicht von Schädlingen befallen, dafür auch nur halb so groß und süßer, als die aus dem Supermarkt. Die Bauherrin hat mindestens 30 Gläser Marmelade hergestellt. Nächstes Jahr wird es auch Himbeeren geben. Dieses Jahr gibt es  dafür 5 Kürbisse.

Die ebenfalls auf dem Grundstück liegende  Staegemann  Villa macht auch einige Arbeit, besonders das Zurückschneiden der Sträucher und Hecken ist aufwendig.  Max Staegemann war um 1900 Generalintendant der Leipziger Bühnen und nutzte die Villa als Sommerresidenz und Open-Air Theater für ausgewählte Gäste. Der durch ihn angelegte steinerne „Theaterhügel“, von dem ein künstlicher Bach herunterfloß, ist noch heute zu sehen.  Die Bauherrin denkt darüber nach, die trockengefallene Bachlandschaft wieder zu fluten. Für eine  frei werdende Wohnung (104 m²) wird ein Nachmieter gesucht .

Eine Absenkung der Strasse hat dazu geführt, dass schwere LKW und Busse bei der Vorbeifahrt eine deutlich wahrnehmbare Erschütterung  im Haus verursachten. Wir haben die Gemeinde informiert und nach mehreren Wochen wurde das Problem behoben.
Die Pflege der neuen Rasenflächen ist während der  Hitzeperioden mit Temperaturen um 30°,  schon sehr zeitaufwendig. Damit das junge Gras überlebt, müssen die „gelben Flecken“ gezielt manuell bewässert werden,  um den  Grundwasserspiegel nicht allzu sehr  sinken zu lassen.  Die alten Gras-Wiesen   verbrennen zwar, überleben aber auch ohne  Bewässerung.

Blitzeinschlag und Astbruch

In Deutschland entstehen jährlich etwa 750.000 Blitze, bevorzugt in den Monaten Juni, Juli und August. Am 2.07.2016 gegen 18 Uhr ist  ganz nah ein Blitz eingeschlagen. Lichtbogen und ohrenbetäubender Krach waren eins, so dass ich sofort die Treppe hochlief,  um zu sehen, ob es brennt, denn im Blitzkanal entstehen Temperaturen von ca. 20.000 Grad. Glück gehabt, nur der Strom war im Haus ausgefallen. Dafür haben die beiden FI-Schalter im HAR gesorgt („Innerer Blitzschutz“). „F“ steht für „Fehler“ und „I“ ist das Formelzeichen der elektrischen Stromstärke. Diese Fehlerstrom-Schutzschalter  verhindern gefährlich hohe Fehlerströme  gegen Erde und tragen so zur Reduzierung lebensgefährlicher Stromunfälle in Niederspannungsnetzen bei.
Wie sich später herausstellte wurde ein Haus in 60 m Entfernung getroffen. Dank vorhandener Blitzableiter wurde hier  nur  der Fernseher  zerstört . Der Blitz verteilte sich aber über Freileitungen und Erdkabel in zwei weitere Häuser. Bei unserem Nachbarn Peter wurde nur die Telefonsteckdose verschmort, so dass DSL und Telefon und ausfielen. Die FritzBox hat aber standgehalten . Das 2. Haus stand näher am Einschlag und hier funktionieren  viele Geräte  nicht mehr. Trotz FI-Schalter mache ich bei Gewitter wichtige und teure Geräte stromlos, denn „Stecker ziehen“ ist immer sinnvoll. Blitzeinschläge erzeugen ein extrem starkes elektrisches und magnetisches Feld. Statt der üblichen 230 Volt Spannung können dann für kurze Zeit mehrere tausend Volt auf der Leitung liegen. Selbst Blitze, die in zwei Kilometern Entfernung einschlagen, können noch Überspannungsschäden verursachen.

Bei der vor dem Haus stehenden Kastanie war ein großer Ast lautstark abgebrochen, aber nicht auf den Boden gefallen. Also habe ich die Borsdorfer (freiwillige) Feuerwehr gerufen. Endlich war mal was los uns bei uns und viele Kinder sahen zum ersten Mal eine richtige Feuerwehr in Aktion. Zwei tüchtige Feuerwehrleute haben den Ast in 12 m Höhe gesichert, dann zersägt und einzeln heruntergelassen, so dass unser Zaun nicht beschädigt wurde.

Der Pool hat jetzt eine Abdeckung von der Schweizer Firma Bieri  bekommen. Die Plane wird mit einer Kurbel aufgerollt und kann mit einem Seil wieder abgerollt werden werden. Um den Eintrag von Sand zu verringern wurde Rollrasen um den Pool gelegt. Nach der Verlegung von 50 m Erdkabel hat die Filterbox jetzt einen Stromanschluss. Eine 1/2 Zoll Wasserleitung wurde parallel gelegt.

3 Monate im neuen Haus – Ameisen greifen an

Der Sommer ist da und durchflutet das Haus mit Licht. Die vielen Fenster lassen im Laufe des Tages Sonnenschein in jedem Raum und große Kastanien an der Strasse spenden angenehmen Schatten. Glastüren sorgen innen für Transparenz und erzeugen zusammen mit den großen Räumen eine angenehme, warme Atmosphäre.

Die Sanierung des Pools verläuft leider nicht so harmonisch. Die mit der Ausführung beauftragte Firma erscheint nur sporadisch und die Wiederherstellung dauert nun schon über einen Monat. Da der Pool mit ca 50.000 l Wasser gefüllt wird, haben wir einen Gartenwasser-zähler installiert und sparen so Abwassergebühren.

Die Haustechnik läuft ohne Probleme. Wir verbrauchen kaum Gas und haben dank der nach Westen ausgerichteten Sonnen-Kollektoren immer warmes bis heißes Wasser.  Beispiel eines heißen Tages und Werkseinstellung : Bei einer Außentemperatur von 27° und vereinzelt Wolken beträgt die Kollektortemperatur um 18 Uhr 107°, die Temperatur des Speichers (300 l)  68°  (Sollwert 45°). Nach dem ausgiebigen Duschen einer Person sinkt die Kollektor-temperatur auf 96° und die Speichertemperatur auf 65°. Kinder dürfen unter diesen Bedingungen nicht allein Duschen, denn es besteht Verbrühungsgefahr.  Bei Temperaturen um 22° und überwiegend wolkig liegt die Speichertemperatur in der Nähe des Sollwerts.

Die „Friedland“-Alarmanlage habe ich mittlerweile fast verstanden und daher die Außensirene scharf geschaltet. Einige Infrarot-Sensoren sind aber noch einer falschen Zone zugeordnet, so dass mit dem Handsender das ganze Haus scharf geschaltet werden muss.

Die meiste Zeit verbringen  wir mit der Verschönerung des Gartens. Damit die Wiederherstellung des Rasens  gelingt, haben wir aus den Komposthaufen  ca 10 t gesiebte Erde gewonnen und auf ca. 600 m² verteilt. Danach wurden 60 kg Grassamen aufgebracht. Der Rasen wächst in bestimmten Bereichen 2 cm am Tag und ich muss hier jeden 3 Tag den Rasen mähen.  Die Bauherrin –  eine wahre Gartenfee – hat einen 40 m langen Pflanzstreifen angelegt und freut sich jeden Tag, wenn alles wächst und gedeiht. Mittlerweile baut sie Tomaten, Erdbeeren, Bohnen und sogar Kartoffeln an.

Seit einer Woche sehen wir Ameisen in der Küche. Sie sind klein, unglaublich schnell und es werden immer mehr. Sie sind auf dem Küchentisch, an den Wänden und klettern sogar an der Terrassentür. Wir haben die Terrassentür in Verdacht, verbannen alle Lebensmittel in den Kühlschrank, putzen Zuckerreste weg und streuen Gift. Sinnlos, in jeder Nacht werden es mehr und es sind hunderte, die wir töten.   –   Nanu, viele flüchten nach oben und verschwinden in kaum sichtbaren winzigen Spalten an den Rolladenkästen: Die von HvH beauftragten Handwerker haben nach dem Einbau der Rolläden die vorhandenen Spalten nicht mit Silikon verschlossen, und das haben Sie an keinem Fenster im Haus gemacht. Um 1 Uhr in der Nacht haben wir an 3 Fenstern alle Spalten  mit Silikonkleber geschlossen, die Ameisen gekillt und dann die Küche entgiftet. In den nächsten beiden Nächten ward keine einzige Ameise in der Küche gesehen.

Der Pool ist nach 6 Wochen Bauzeit nun endlich mit Wasser gefüllt. Von diesen 6 Wochen waren 4,5 Wochen Wartezeit: Monteure hatten Zahnschmerzen,  Kinder litten tagelang unter Bauchschmerzen, oder das Material sei nicht geliefert worden. Sobald in der Wettervorhersage die Wörter „Regen“ oder „Schauer“ auftauchten,  wurde die Arbeit prinzipiell in die nächste Woche verschoben. Wenn ein Mitarbeiter morgens erschien, war es sehr wahrscheinlich,  dass er um 14 Uhr zu einem anderen Kunden musste.  Die Leipziger Firma Pool… G. hat sich offensichtlich übernommen und scheint bei vielen Kunden in Verzug zu sein. Die Anlage ist eigentlich funktionsfähig, aber es wurde vergessen, zwei Rohre in der Filterbox  zu verkleben und so strömt eine Menge Wasser direkt auf die elektrisch betriebene Pumpe. Filtrierung und Chlorierung des Wassers sind daher nicht möglich.

IMG_20160612_105038 IMG_20160612_104458
IMG_20160612_104647

IMG_20160612_104959

IMG_20160610_125639
Dolphin Revolution 1 bei der Arbeit

IMG_20160610_125613